Deutsch-niederländische militärische Zusammenarbeit: Mit gutem Beispiel vorangehen

In einer sich rasch verändernden Welt, in der Sicherheit, Stabilität und Wohlstand zunehmend gefährdet sind, ist die militärische Zusammenarbeit von größter Bedeutung. Die deutsch-niederländische Militärpartnerschaft ist eine Blaupause für eine effektive Zusammenarbeit und Integration. Diese starke bilaterale Beziehung hat sich im Laufe der Jahrzehnte entwickelt. Die Niederlande betrachten die Zusammenarbeit mit Deutschland als »strategische Partnerschaft«.

Henning-von-Tresckow-Kaserne

König Willem-Alexander und Königin Máxima besuchen gemeinsam mit der niederländischen Verteidigungsministerin Ank Bijleveld und Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen das Einsatzführungskommando der Bundeswehr (EFK).

Der Beginn der bilateralen Zusammenarbeit war die Gründung des 1. Deutsch-Niederländischen Korps 1995 in Münster. Damit wurde der Grundstein für die Entwicklung des gegenseitigen Vertrauens gelegt.

Im Laufe der Jahre wurde die Partnerschaft mit einem breiten Spektrum von Aktivitäten wie dem Austausch zwischen den militärischen Nachrichtendiensten, gemeinsamer Ausbildung und gemeinsamen Übungen, dem Austausch von Militärpersonal und Einsätzen erweitert und vertieft. Im Jahr 2013 wurde von den deutschen und niederländischen Verteidigungsministern eine Absichtserklärung für die weitere Zusammenarbeit unterzeichnet, aus der sich bisher rund 150 Kooperationsprojekte ergeben haben. 

Im Jahr 2014 wurde die 11. Luftbewegliche Brigade in die Division Schnelle Kräfte integriert. 2016 wurde die 43. Mechanisierte Brigade in die 1. Panzerdivision integriert. Gleichzeitig wurde das kombinierte Panzerbataillon 414, das mit deutschen und niederländischen Soldaten und mit deutschen Panzern besetzt ist, in die 43. Mechanische Brigade integriert. Derzeit stehen zwei unserer drei niederländischen Brigaden unter taktischem Kommando der Bundeswehr. Darüber hinaus wurde 2018 die deutsche Flugabwehrraketengruppe 61 dem Bodengestützten Luftverteidigungskommando der niederländischen Streitkräfte unterstellt.

Die Zusammenarbeit zwischen der niederländischen und der deutschen Marine wird durch die gemeinsame Nutzung des Joint Support Ship (JSS) Zr. Ms. Karel Doorman und die Zusammenarbeit mit dem deutschen Seebataillon deutlich. Die Kooperation mit der deutschen Luftwaffe kommt vor allem in vielen internationalen Übungen zum Ausdruck.

Auch im Bereich der Ausrüstung haben beispielsweise die niederländische Verteidigungsministerin Bijleveld und die deutsche Verteidigungsministerin von der Leyen im Mai 2018 eine Absichtserklärung zur digitalen Integration von Landoperationen unterzeichnet, mit der beide Länder nach Möglichkeiten der gemeinsamen Beschaffung für die Digitalisierung ihrer Armeen suchen.

Die Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Ausbildung und Übungen hat auch zu einem gemeinsamen Einsatz bei Operationen und Missionen geführt, einschließlich der Resolute Support Mission in Afghanistan, der Operation Inherent Resolve im Irak, der MINUSMA in Mali und der enhanced Forward Presence in Litauen. Deutschland und die Niederlande leisteten auch einen gemeinsamen Beitrag zur NATO-Reaktionstruppe.

Darüber hinaus trainierten Soldaten aus dem Seebataillon und der Division Schnelle Kräfte vom JSS Zr. Ms. Karel Doorman während der nationalen Evakuierungsübung »Schneller Adler« im September 2018, und das 1. Deutsch-Niederländische Korps nahm an der NATO-Übung Trident Juncture in Norwegen im Oktober/November 2018 teil.

Am 21. Mai 2019 unterzeichneten die Verteidigungsministerinnen der beiden Länder eine neue Absichtserklärung, um die deutsch-niederländische militärische Zusammenarbeit weiter zu stärken und zu intensivieren.

Bei all diesen Beispielen wird deutlich, wie sehr sich die Niederlande und Deutschland für die bilaterale Zusammenarbeit engagieren und ständig neue Wege zur Stärkung von Kooperation und Integration erforschen – mit gutem Beispiel vorangehen.

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